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Konsequenzen des TVW Beschlusses – Juni 2014

Auf der Jahreshauptversammlung des TV Wallau am 25. Mai 2014 standen diverse Themen auf der Tagesordnung:

Es ging zum einen um die Wiedereingliederung der Handballer (SG) in den Gesamtverein, die Neubesetzung des Vorstandes, Beitragserhöhungen und letztlich auch um das Thema Ländcheshalle.

Details auch auf der Seite des TV Wallau.

Wir die IG interessieren uns natürlich hauptsächlich für den letzten Punkt, engagieren wir uns doch seit nun mehr über 1 1/2 Jahre in dieser Sache.

Eine Einschätzung der IG

Was bedeutet der Beschluss des TVW zur Ländcheshalle denn nun im letzter Konsequenz?

1. Die Mitgliedsbeiträge werden steigen. Und das teilweise nicht zu knapp, der Beitrag für zB Erwachsene steigt um fast 50% jährlich.

2. Der TVW hat die Absicht geäußert die derzeitige Hallenkapazität zu erhalten – sei es als Neubau oder Sanierung. Der Umfang des Bauvorhabens wurde definiert als 3-Feld-Halle (Ersatz Ländcheshalle), Umkleide Fußballplatz, Kunstrasenplatz, Tartanlaufbahn und Sportlerheim, sowie einem 4. Feld, welches im Detail finanziellen Zwängen angepasst werden kann/soll. Der Erhalt der Hallenkapazität ist auch unser vorangiges Ziel!

3. Formale Übernahme der Bauträgerschaft durch den TVW für das Gesamtvorhaben bei gleichzeitiger vertraglicher Übernahme der daraus resultierenden Risiken und operativen Verpflichtungen durch die Stadt Hofheim. Hier wird faktisch nur ein Formalismus erfüllt, um Fördergeldern von Land und Kreis beziehen zu können.

4. Formale Übernahme der Eigentümerschaft durch den TVW bei gleichzeitiger Beschränkung der finanziellen Haftung auf einen „langjährigen fixen Betrag“, den der TVW im Rahmen seiner finanziellen Möglichkeiten selbst definiert. Hier wird faktisch nur ein Formalismus erfüllt, um Fördergeldern von Land und Kreis beziehen zu können.

5. Der TVW hat ein Rücktrittsrecht vom Hallenbau und nur den Bau des Kunstrasen mit Tartanlaufbahn fest zugesagt.

Auch wenn der TVW auf dem Papier Eigentümer wird, so ist diese Eigentümerschaft soweit eingeschränkt, dass der TVW vom eigentlichen Inhalt des Beschlusses her eine Art Pächter wird.

Utopische Forderung?

Basierend auf den letzten veröffentlichten Zahlen zu Halle und Sportplatz beträgt das Gesamtinvestitionsvolumen 11,3 Mio. EUR.

Hiervon hat die Stadt Hofheim 50% = 5,65 Mio. EUR (5 Mio. Halle + 0,65 Mio. Sportplatz) in den Haushalt eingestellt. Von den verbleibenden 50% soll der Kreis sich mit 1,632 Mio. beteiligen, als Ersatz für die Ersparnis bei Neubau / Sanierung der Schulturnhalle. Damit verbleiben 4,018 Mio. EUR für den TVW.
Die Förderung für den TVW durch Land beträgt etwa 0,2 Mio. und die durch den Kreis rechnerisch 0,867 Mio. EUR. Damit verbleiben beim TVW 2,951 Mio. EUR, die zu finanzieren sind. Ja, fast 3 Mio. EUR!!!!!

Bei 4% Zinsen, einer Laufzeit von 20 Jahren und einer kompletten Schulden-tilgung innerhalb dieser 20 Jahre bedeutet das eine jährliche Rate von etwa 215.000 EUR für den TVW.  Hinzu kommen die jährlichen Unterhaltungs-kosten, die für den Neubau noch nicht bekannt sind, aber derzeit für Ländcheshalle und Sportplatz bei 100.000 EUR jährlich liegen. Darin ist die Schulturnhalle nicht enthalten. D.h. die Größenordnung beträgt 300.000 EUR pro Jahr, die der TVW aufbringen müsste. Das sind 25.000 EUR im Monat. Ist das noch Gemeinnützig? Kann das noch von ehrenamtlich agierenden Personen bewältigt werden?

Da der TVW sich aber nur im Rahmen seiner finanziellen Möglichkeiten beteiligen wird, liegt der jährliche Betrag viel niedriger vielleicht in der Größenordnung von 40.000 EUR im Jahr. Damit kann man einen Kredit von 600.000 EUR unter den o.g. Bedingungen bedienen. D.h. an den Investitionskosten kann man sich mit 600.000 EUR beteiligen, aber dann könnte man nichts mehr zum Unterhalt beisteuern.

Das wiederum bedeutet, dass auf Seite des TVW eine „Finanzierungslücke“ von 2,3 Mio. EUR klafft. Diese lässt sich mit Spendengeldern, Eigenleistungen und niedrigeren Baukosten verkleinern. Mit Eigenleistungen kann man vielleicht 0,1 Mio. EUR aufbringen, dann steht man bei einer Lücke von 2,2 Mio. EUR. Wieviel sich bei den Baukosten sparen lässt ist schwer zu sagen, das gleiche gilt für Spendengeldern.

Anzumerken ist das wir uns diese Zahlen nicht ausgedacht haben, sie stammen fast ausschließlich von öffentlich zugänglichen Quellen der Stadt:

Nach wie vor ungewisse Fördergelder

Darüberhinaus gibt es noch das Risiko, dass der Kreis sich nicht wie vorgesehen mit den rund 1,6 Mio. beteiligt. Ein weiteres Risiko ist, dass die Fördergelder des Kreises nicht in voller rechnerischer Höhe von 0,867 Mio. EUR fließen werden. Die höchste Einzelförderung des Kreises für eine Baumaßnahmen lag bisher bei etwa einer viertel Millionen EUR. Hier stehen also weitere rund 2,2 Mio. EUR im Risiko.

Fazit
Unter der Berücksichtigung von Finanzierungslücke des TVW und Risiko bei der Höhe der geplanten Beteiligung des Kreises darf man ein sehr abgespecktes 4. Feld erwarten. Wenn das so kommt dann stellt sich für den TVW die Frage nach dem Sinn an der Übernahme von Bauträgerschaft / Eigentümerschaft des Gesamtkomplexes. In diesem Fall muss man dann Alternativen untersuchen, die zum einen in der Renovierung / Sanierung der bestehenden Sportstätten bestehen könnten und zum anderen im Bau der Basislösung durch die Stadt bei gleichzeitigem Bau des Kunstrasens mit Tartanbahn durch den TVW und einer noch zu erarbeitenden Lösung für das 4. Feld, die dann sicher ohne die Stadt Hofheim gefunden werden muss.

Die finanziellen Vorstellungen der Stadt liegen einfach zu weit von einer realistisch umsetzbaren Beteiligung des TVW entfernt. Völlig unverständlich dass hier der Stadtteil der bereits mit großem Abstand am meisten in die leeren Stadtkassen einzahlt, ein weiteres Mal geschröpft werden soll. Pardon, nicht ein Stadtteil, sondern ein kleiner, ehrenamtlich geführter und gemeinnütziger Verein! Letztendlich wird erwartet das Vereinsmitglieder deutlich mehr zur Kasse gebeten werden, damit in Wallau überhaupt noch ein Sport-, aber auch Kulturbetrieb aufrecht erhalten wird. Beide zur Disposition stehenden Hallen stammen aus den 70er jahren, da hatte Wallau gerade mal 2.000 Einwohner. Jetzt wo wir doppelt soviele sind, soll die Kapazität beschnitten werden! Und das wie erwähnt unter den bekannten finanziellen Gegebenheiten, mehr dazu hier: Vorweihnachtliche Verwunderung. (nur weil man immer wieder darauf hinweist, wird es nicht unwahr! Die Zahlen spiegeln nach wie vor die Realität wieder)

Zudem drängt sich uns hier wieder der Vergleich mit dem TV Hofheim auf, in Augen der Stadt Hofheim dem Vorzeigeprojekt in Sachen Sportstättenbau. (An dieser Stelle sei wieder erwähnt, das wir den TV rein im kaufmännischem Vergleich heranziehen, wir respektieren die Arbeit des TV Hofheim und gönnen dem TV Hofheim seinen Erfolg!)

Der TV Hofheim hat sich mit 10 % an den Kosten beteiligt. Das waren nach Abzug der Fördergelder  ca. 200 TSD Euro. Zusätzlich musste der TV Hofheim aufgrund angefallener Mehrkosten einen Kredit in Höhe von 100 TSD Euro aufnehmen. Darlehensgeber ist die Stadt. Der TV Hofheim hoffte diesen Kredit innerhalb von 3 Jahren zurückzahlen zu können. Das stellte sich aber als unmöglich heraus, die Zinsbindungfrist und Laufzeit wurde nun auf 10 Jahre verlängert.

Sollte diese nicht als Beispiel dienen wie schwer es für einen Verein, ist Gelder zu generieren ? Der TV Hofheim hoffte diesen Kredit kurzfristig in 3 Jahren mit Eigenkapital und Spendengeldern zu tilgen, daraus wurde jedoch nichts, und das bei Hofheims größtem Verein mit ca. 2400 Mitgliedern !

Wie kann da die Stadt Hofheim fordern, dass sich der TV Wallau nach Abzug der Fördergelder mit ca. 3 Mio beteiligen soll? Hier sieht doch jeder mit gesundem Menschenverstand, dass das nicht gehen kann. Ein Verein mit der hälfte der Mitglieder soll das 13 fache an Kapital stemmen. Das müsste man doch selbst in Hofheim erkennen können. Zudem kann Wallau auch relativ wenig dafür, das es zu diesem Investitionsstau von insg. über 11 Mio EUR gekommen ist. Was jahrelang sträflich vernachlässigt wurde scheint nun eben marode zu sein. 

Beschlussvorlage der JHV

Die Jahreshauptversammlung des TV Wallau 1861, e.V. am 25.05.2014 möge folgendes beschließen:

1. Die Jahreshauptversammlung stimmt einer Erhöhung der Mitgliedsbeiträge ab dem 01.01.2015 zu und zwar mit einem Jahresbeitrag von
60,- € für Kinder und Jugendliche bis 18 Jahren (bisher 50,- €)
84,- € für Erwachsene (bisher 60,- €)
174,- € für Familien (bisher 160,- € für 2 Erwachsene mit mindestens einem Kind oder 1 Erwachsener mit mindestens 2 Kindern)
Der Beitrag für passive Mitglieder bleibt unverändert bei 30,- €.

2. Der TV Wallau ist bereit, sich zur Aufrechterhaltung des Sportangebotes in Wallau an einer Neuerstellung bzw. Erhaltung der Sportstätten sowie an dem Bau eines Kunstrasens mit Tartanlaufbahn gemäß den nachstehenden Punkten an einem gemeinsamen Vorhaben mit der Stadt Hofheim und dem Main-Taunus-Kreis zu beteiligen.
a. Das Vorhaben umfasst
i. die Herstellung einer normgerechten 3-Feld-Halle mit ca. 400 Sitzplätzen,
ii. die Herstellung oder Erhaltung eines 4. Feldes, dessen Verwirklichung und Ausprägung nach den in den Detailplanungen gewonnenen Erkenntnissen bezüglich Raumplanung und Finanzierung festgelegt wird,
iii. den Umbau der bestehenden Freiluftanlage in einen Kunstrasenplatz (nach den Regeln der sog. „Kunstrasenoffensive“ der Stadt Hofheim) mit einer 400 m Tartanbahn
iv. die Integration des Umkleidetrakts für den Freiluftsport in den neuen Hallenkomplex,
v. die Integration des Sportlerheims in den neuen Hallenkomplex in der gleichen Größe wie das im Moment vorhandene, hilfsweise den Erhalt des Sportlerheims (jeweils mit der Möglichkeit, dieses durch die Abteilung Fußball des TV Wallau zu bewirtschaften und zu vermieten).

b. Der TV Wallau ist bereit, die Bauträgerschaft des Gesamtvorhabens unter den folgenden vertraglich im Detail noch festzulegenden Rahmenbedingen zu übernehmen:
i. Unterstützung bei der Generierung der Fördergelder von Land, Kreis, Verband und Stadt durch die Stadt.
ii. Operative Durchführung des Hallenbaus und der Sportplatzsanierung durch die Stadt Hofheim.
Der TV Wallau wird sich im Rahmen seiner Möglichkeiten mit einem Team von 2 – 3 Personen an der Bauleitung beteiligen.
iii. Freistellung des Vereins von den wirtschaftlichen Risiken (Haftung, etc.) und Folgekosten aus der Bauherrnstellung.

c. Der TV Wallau ist bereit, den neuen Sportkomplex in sein Eigentum zu übernehmen und zwar unter den folgenden vertraglich im Detail noch festzulegenden Rahmenbedingen:
i. Auf Basis der finanziellen Möglichkeiten definiert der TV Wallau (intern) einen langfristig fixen Betrag, den er insgesamt für die Bau- und Betriebskosten des gesamten Sportkomplexes einbringen kann; das Präsidium wird ermächtigt, die Höhe des Betrages nach den Regeln ordnungsgemäßer Haushaltsführung und der Berücksichtigung der regelmäßigen Einnahmen und für den Vereinsbetrieb notwendigen Ausgaben festzusetzen.
ii. Darüber hinausgehende Folgekosten aus dem Eigentum (insbesondere Baufolgekosten, Unterhalts-, Haftungs- und Betriebskosten) dürfen für den Verein keine zusätzlichen finanziellen Aufwendungen verursachen.

d. Sollte sich im Zuge des Bauvorplanungsprozesses herausstellen, dass der TV Wallau personell oder finanziell nicht in der Lage ist, das Gesamtvorhaben durchzuführen, oder dass der Beitrag des TV Wallau zur Realisierung des Gesamtvorhabens nach Ansicht der Stadt Hofheim nicht ausreicht, kann er von dem die Halle(n) betreffenden Teilvorhaben zurücktreten, ohne dass ihm hierzu erhebliche Nachteile jedweder Art entstehen. Unberührt davon bleibt das Teilvorhaben „Kunstrasenplatz mit Tartanbahn“; dieses wird auch im Falle eines Rücktritts vom Teilvorhaben „Hallenbau“ gemäß den Regeln der „Kunstrasenoffensive“ durchgeführt und das heute bestehende Fußballerheim bleibt in seiner Funktion erhalten.

 


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