Bericht von HFBA Sitzung Nov2013

Seit Dienstag Abend ist es nun Fakt: Am kommenden Mittwoch wird in der Stadtverordnetenversammlung über die Ländcheshalle abgestimmt werden. Und zwar nicht über die von allen Wallauern erwartete 4-Feld Halle, sondern über die Basislösung! Ja, Wallau soll die Basislösung bekommen! Zumindest ist das die Beschlussvorlage für die anstehende STVV.
Presse
Unser Bericht

Bezugnehmend auf die HFBA Sonderziehung und der dort dem Magistrat in Auftrag gegebenen „Pro Kopf“ Aufstellung (wir berichteten) ergriff nach kurzer Einführung durch Frau Stang zunächst der Ex-Wallauer Bodo Tadewald das Wort.

Tadewald FWG

Bodo Tadewald FWG

Er wunderte sich, warum die von der Bausubstanz einzig vergleichbare Halle, nämlich die aus Langenhain, nicht in der Aufstellung auftauche. Andere Hallen die in vergleichbaren Zeiträumen gebaut wurden, seien enthalten, nur eben die große 3-Feld Halle aus Langenhain nicht. Er bat, die Aufstellung um die Beteiligung der TGS Langenhain zu erweitern. Frau Stang erwiederte, das es sich bei der Aufstellung nur um Hallen im Vereinsbesitz handele, und die Halle in Langenhain gehöre der Stadt und tauche deshalb nicht auf. Hier liegen der IG andere Informationen vor. Wir haben Zugriff auf den damals geschlossenen Vertrag zwischen TGS Langenhain und der Stadt Hofheim, aus dem klar hervorgeht, das der Verein und NICHT die Stadt Eigentümer ist. Das kann man als Bürgermeisterin natürlich schon mal verwechseln, da die Stadt die Investionskosten der Halle, die Investitionskosten der angegliederten Gaststätte, sowie der darüberliegender Wohnung komplett getragen hat. Auch trägt die Stadt sämtliche Unterhaltskosten, obwohl die TSG Langenhain Eigentümer ist, quasi ein Rundum-Sorglos-Paket. Da soviele Kosten bei der Stadt auflaufen kann man als Bürgermeisterin und Kämmererin natürlich glauben Eigentümer zu sein, dem ist aber nicht so. Demnach sollte diese Halle auch in der pro Kopf Aufstellung enthalten sein sollte.

Dann führte Herr Tadewald an, das es sich auch bei der aktuell in Bau befindlichen Brühlwiesen Halle 2 um keine Halle der Stadt handele, die Stadt sich aber auch hier mit 49% der insg. 5,6 Mio Euro Baukosten beteilige, nur um dem TV Hofheim zu ermöglichen, diese Halle nach Schulschluss mitzunutzen.
Zudem sei seiner Meinung nach das Beteiligungsangebot des TVW von ca. einer halben Millionen auch im Vergleich zu den anderen Vereinsbeteiligungen pro Mitglied gar nicht schlecht, man liege damit eigentlich im Soll.
Werner Steinmann FDP

Werner Steinmann FDP

Anschliessend führte Herr Werner Steinmann (FPD) an, wieviel Stunden ehrenamtlicher Eigenleistung die Mitglieder sowie der Vorstand des TV Hofheim bei der Sanierung der „alten“ vereinseigenen Halle bereist erbracht hat. Knapp 4.000 Stunden seien bereist zusammen gekommne, plus ca. 1.500 vom Vorstand. Dies wünscht er sich auch seitens des TV Wallau. Aber soll man sich denn einbringen, wenn es noch garnichts zu tun gibt??? Wir die IG sind uns ziemlich sicher, das wir solche Zahlen auch erreichen können, wenn wieder alle Wallauer mobilisiert werden und es dann tatsächlich mal losgegangen ist.

Frau Stang betonte das auch damals der TV Hofheim ursprünglich eine große neue Halle bauen wollte, sich dann aber besann und die alte eigene Halle „revitalisierte“. Das dürfte in Wallau wohl nicht in Frage kommen, denn weiterhin betonte sie, dass die Stadt selbst bei der Basislösung ja einen großen Betrag in Wallau einbringen wird und dabei die Erlöse aus dem LH-Grundstück benötigt, um diesen zu refinanzieren. Wörtlich sagte Sie, dass die Erlöse aus dem Grundstück jetzt „einfach mal so vereinnahmt worden“ sind, und das es sehr fraglich ist, ob tatsächlich die angesetzten 2,7 Mio Euro erzielt werden können.
Dann ging Frau Stang auf das Angebot des TVW ein, welches ja nur noch 469.000 Euro betrüge. Damit sei es ja weniger geworden als die damals vereinbarte Beteiligung der Kunstrasenoffensive, wo der TV die Hälfte der insg. 1,2 Mio Euro tragen wollte (darin auch der Anteil für die Tartanbahn). Sie wunderte sich, warum man jetzt seitens des TVW auf einmal weniger anbieten würde. Was Sie dabei aber ausser Acht ließ ist die Tatsache, dass es sich bei dieser Zahl um die Netto-Beteiligung des TVW handelte. Im Gegensatz dazu würde von den damals angebotenen 600.000 Euro aber noch die Fördergelder von Kreis und Land abgehen, so das das neue Angebot des TVW doch deutlich höher ist als das ursprüngliche. Die IG fragt sich zu dem, welche Belastung man denn einem gemeinnützigen Verein überhaupt aufbürden darf, sind 1/2 Million denn nicht genug?
Volker Stingl TVW

Volker Stingl TVW

Dann wurde Herr Stingl zu Wort gebeten. Eigentlich ungewöhnlich, dürfen sich doch Gäste nicht an den Diskussionen beteilgen. Auch er stellte klar, das das Angebot des TV von 500.00 Euro in wirklich aber eher bei 900.000  Euro liegt, berücksichtigt man den Punkt, das man das Geld ja nicht „umsonst“ bekomme und dafür schließlich Zinsen zahlen müsse. Herr Stingl erklärte. Im übrigen dürfe man durch die Zusammnelegung der beiden Bauvorhaben Sportplatz und Halle auch nur mir einer Förderung von Land und Kreis rechnen, anstatt mit 2 Förderungen, für jedes Projekt eine.

Dann schlug er vor zu prüfen, wir groß denn die Lücke ist, berücksichtigt man die Beteiligung Stadt und Kreis sowie sämtliche Förderungen. Erst dann könne der TV sich die Frage stellen, ob er diese Delta schliessen kann oder eben nicht. Zudem bemängelte er, und dem können wir nur in aller Deutlichkeit zustimmen, das es, nachdem nun der TVW ein Angebot abgegeben hat und die Stadt ja 3 Mio € Beteiligung forderte, es keinerlei Verhandlungen mehr gab. Wie kann das sein, warum tagt die Lenkungsgruppe Recht & Finanzen (bestehende aus Vertretern des TV sowie Stadt) nicht mehr? Die letzte Sitzung liegt schon über ein halbes Jahr zurück! Wie kann dieser Punkt unverhandelt sein, aber jetzt wird über die Basislösung abgestimmt? Das passt doch hinten und vorne nicht zusammen. Herr Tadewald fasste daraufhin zusammen, das es erst weiterer Gespräche bedarf und somit eine Erstellung der Beschlussfassung in dieser Sitzung unmöglich sei. Er beantragte zu vertagen.
Michael Henninger CDU

Michael Henninger CDU

Dann ergriff der CDU Fraktionsvorsitzenden Michael Henninger, dem das alles deutlich zu langwierig ist, und verteilte zum Erstaunen aller unter den Anwesenden einen Antrag, der schon mit SPD und CDU abgestimmt sei. Vor allem sei es seiner Meinung nach wichtig jetzt schnell etwas zu beschliessen, damit man noch die Möglichkeit habe, in den laufenden Haushaltdebatten 2014 der Stadt aber auch des Kreises, die entsprechenden Mittel einzustellen. Der Antrag enthielt folgende 6 Punkte und wird wohl in dieser Form auf der STVV kommenden Mittwoch den 13.11. zum Beschluss frei gegeben:

  1. Planungen für eine 3-Feld Halle auf dem Gelände der Schule werden unverzüglich aufgenommen
  2. Einleiten der Architektenvergabe
  3. Die Planung soll die Option beinhalten, später einen Mehrzweckraum oder ein 4. Feld anzubauen
  4. Die durch Punkt 3 enstehenden Mehrkosten sind zu beziffern
  5. Abschliessen der notwendigen Vereinbarungen mit dem Kreis
  6. Die Gespräche mit dem TVW über Optionen einer Lösung über die 3-Feldhalle hinaus sollen fortgesetzt werden
Daniel Philipp Grüne

Daniel Philipp Grüne

Daniel Philipp von den Grünen begrüsste diesen Antrag, damit man endlich voran komme. Auch die IG begrüßt die mögliche Einstellung von Mitteln in den Haushalt 2014, aber muss es denn für die Basislösung sein? Zudem wissen wir ja bereits seitens des Kreises, das dieser keinerlei Mittel für die LH in den Haushalt 2014 eingestellt hat. Fraglich ob er das noch kurz vor Toreschluss tun wird. Zudem forderte er noch nach dem Bespiel des TV Hofheim eine generelle Beteiligung der Vereine in Höhe von 10 % der Bausumme, siehe dazu unseren Kommentar auf der Startseite.

Indes glauben selbst wir nicht das sich bereits 2014 auch nur irgendein Stein gelegt wird oder gar ein Bagger rollt, auch wenn wir es uns sehr wünschen würden. Warum jetzt auf einmal diese Eile? Zussenfassend stellte Herr Tadewald fest, dass sich dieser Antrag so lese, als ob „jetzt erstmal eine 3-Feldhalle gebaut wird, was später kommt wird man dann sehen“.

Erschreckend wie wenig sich also an der Situation seit letztem Jahr Dezember geändert hat, bedeutet das doch nichts anderes wie damals: Die Stadt baut die Basislösung – will der TVW Wallau mehr, muss er zusehen wie er es finanziert!
Und das, liebe Stadt, lassen wir so nicht auf uns sitzen!!!!!

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