Stellungnahme zum Artikel „Eine unrealistische Idee“

Stellungnahme der IG zum Artikel
„Eine unrealistische Idee“
im Höchster Kreisblatt vom 7.10.2013

 

Wir erhielten einiges Feedback zu diesem Artikel, sowohl mündlich aber auch schriftlich. Auch wir wollen diese doch teilweise sehr extremen Aussagen der verschiedensten Politikern nicht unkommentiert stehen lassen. Da der Artikel selbst doch schon relativ lang ist, und unsere Kommentare teilweise auch, haben wir diese unten direkt nach der jeweiligen Passage des Artikel in dieser Form eingefügt, siehe weiter unten. Der Text des Artikels selbst wird ganz normal weiß hinterlegt dargestellt, zum Artikel auf den Seiten des Kreisblattes gelangt man hier: http://www.kreisblatt.de/rhein-main/main-taunus/Eine-unrealistische-Idee;art676,649394

Zudem erhielten wir diesen Leserbrief von Sonja Lipinski:


Hallo,

ich habe den Artikel von Montag, 07.10.2013 im Höchster Kreisblatt gelesen, der wie ich finde den Boden aus dem Fass schlägt. Ich hätte gerne mal gewusst, was Hofheim in Wallau invenstiert hat?? Die Straße in dem Ortskern wurde von den Hausbesitzern bezahlt!! Immerhin hat unser Rathaus einen Aufzug – welch ein Luxus. Für den Bachverlauf wurde auch noch keine Lösung gefunden. Die Grundstücke werden unterspült. Nach einem Treffen mit dem Bauamt und dem Naturschutzamt, wurde mit gesagt, ich sollte froh sein so wohnen zu dürfen. Wer hätte das schon. Super!! nützt mir nur nichts, wenn ich absaufe!! Heut war ich auf dem Friedhof und bin nur noch entsetzt!! Noch nicht einmal vor den Toten mach die Stadt Hofheim halt!!! Die Hecken wurden entfernt, das Unkraut wuchert und zu den Urnengräber gibt es noch nicht einmal einen Weg!!! Ich bin überzeugt davon, dass Wallau alleine klar kommt. Für mich stellt sich eher die Frage, wie Hofhein ohne Wallau auskommt. Ich hoffe ihr gebt nicht auf und macht weiter.

Ich bin dabei!!!!

Nun zu unserer Stellungnahme:

Eine unrealistische Idee

Von Manfred Becht

Wie unterschiedlich die Ansichten über den Stadtteil im Westen doch sind.
Werden die Wallauer wieder selbständig? Auch Kommunalpolitiker aus Wallau halten das für unrealistisch.

http://www.kreisblatt.de/rhein-main/main-taunus/Eine-unrealistische-Idee;art676,649394

Nein die Frage macht ihm keinen Spaß. Was soll da schon einer sagen, der aus Wallau ist und von dem erwartet wird, dass er Wallauer Interessen vertritt, und der gleichzeitig als Vorsitzender der Hofheimer CDU den Anspruch hat, in der Politik für die ganze Stadt ein gewichtiges Wort mit zu sprechen. Da kommt auch bei Christian Vogt zuerst die Aussage, bei der sich alle einig sind: Wallau aus Hofheim herauszulösen und wieder selbständig zu machen, das ist eine unrealistische Idee.

Unrealistisch wohl nur aus Hofheimer Sicht – wer außer Wallau soll denn sonst für die weitere Renovierung der Kernstadt aufkommen?

In Wallau gibt es freilich einige, die sehen das anders. Ausgangspunkt der Debatte war der Streit um die Ländcheshalle, in dem die Interessengemeinschaft Wallauer für Wallau immer wieder argumentiert, der Ort steuere zwar einen großen Teil der Hofheimer Gewerbesteuereinnahmen bei, werde aber bei den Investitionen benachteiligt. Mario Kleber hat daraus die Schlussfolgerung gezogen, dass Wallau wieder selbständig werden soll. Die Wählergemeinschaft Wallau/Taunus wurde gegründet, sie soll bei den nächsten Kommunalwahlen für den Ortsbeirat und die Stadtverordnetenversammlung kandidieren.

Über den ersten Teil der Argumentation wird unterschiedlich gedacht. „In den letzten Jahren mangelte es an Investitionen“, sagt Ortsvorsteher Benjamin Hauzel (CDU). „Es ist wenig nach Wallau geflossen“, pflichtet ihm der FWG-Stadtverordnete Bodo Tadewald bei, Wallauer Urgestein, auch wenn er jetzt in der Kernstadt wohnt. Aber andere beurteilen dies anders.

Da stimmen wir beiden Herren voll und ganz zu, schön es auch mal direkt aus dem Mund von Politikern zu hören. Seltsam ist nur, warum dies nur so wenige Hofheimer Politiker so sehen, ist es doch für (fast) alle Wallauer offensichtlich!

„Wallau wurde nicht benachteiligt“, sagt CDU-Chef Vogt. Er erinnert daran, dass zuletzt erheblich in das Alte Rathaus investiert wurde. Erheblich ins alte Rathaus investiert?

Gut, die laut Statuen aufgezwungene weil verpflichtende Installation eines Aufzuges war relativ teuer, um das Rathaus bzw. den Sitzungssaal barrierefrei zu machen. Aber dazu war ja Hofheim auch verpflichtet, wir glauben nicht das seitens der Stadt aus eigenantrieb hier so viel investiert wurde.

„Ich weiß nichts, was Wallau nicht bekommen hätte“, betont Hofheims Bürgermeisterin Gisela Stang (SPD).

Genau, Wallau hat ja auch noch nie was Größeres gefordert, und jetzt möchte Wallau einmal was und bekommt es nicht!

„Wallau hatte schon immer die beste Infrastruktur“, erinnert Erster Stadtrat Wolfgang Exner (CDU), der selbst im Ort wohnt. Wallau sei als erster der Hofheimer Stadtteile im Dorferneuerungsprogramm gewesen, so Vogt und Exner übereinstimmend.

Beste Infrastruktur? Die Dorferneuerung war im übrigen Mitte der 80er Jahre, also vor rund 30 Jahren. Wenn wir ab diesem Zeitpunkt die Steuerrechnung aufstellen, sind die Investitionszahlen gegen Wallau wahrscheinlich noch beeindruckender.

Einkaufsgeschäfte, Ärzte und Apotheken, Supermärkte ja alles ist in Wallau da. Aber die in Wallau bestehende Infrastruktur wurde sicherlich nicht von Hofheim gemacht bzw. initiiert. Soweit wir meinen richtet sich alles nach Angebot und Nachfrage und unterliegt der freien Marktwirtschaft, da scheint Wallau anscheinend attraktiver zu sein als andere Gemeinden. Aber Vorschlag aus Wallau: Wenn Hofheim die Infrastruktur beeinflussen kann, dann hätten wir vielleicht doch einen Wunsch nach Hofheim – Wenn Ihr die A66 nehmt, verzichten wir auf IKEA. Wenn Ihr uns die A3 nehmt, dann verzichten wir auf unser Gewerbegebiet. Und wenn Ihr uns den Fluglärm nehmt, dann können wir auch mit nur  einem Supermarkt leben.  Im Übrigen fährt der Bus  nach Wiesbaden z.B. ebenso durch Hofheim, Marxheim und Diedenbergen …

Diese Vergleiche sind selbstverständlich nicht ganz ernst gemeint, sollen aber mal zur Verdeutlichung helfen. Selbstverständlich ist Wallau gleich Wallau wie es heute ist und das ist auch gut so. Wissen wir doch, das eben das Gewerbe auch zur bestehenden Infrastruktur beiträgt, und eben diese Attraktivität Wallaus ist damit gemeint. Das Wissen die Wallauer Gewerbetreibenden, als auch die Wallauer Bürger. Im übrigen würde es der Gewerbeverein sicherlich auch begrüßen, wenn von den gezahlten Steuern auch mehr in Wallau ankommen würde.

Ortsvorsteher Benjamin Hauzel fällt immerhin ein, dass aus seiner Sicht in Wallau eine Art Vereinshaus fehlt. Aber er ist optimistisch, dass diese Räume beim Neubau der Ländcheshalle entstehen.

Das hoffen wir auch, sieht aber nicht danach aus. Zumindest soll das Vereinshaus für alle dann zum großen Teil durch den TV Wallau selbst finanziert werden.

Unumstritten ist, dass dies der Zankapfel ist, der die ganze Debatte ausgelöst hat. Seit 2005 werde über die Ländcheshalle gesprochen, schimpft Tadewald. Wallau habe es nicht zu verantworten, dass der Zustand des Gebäudes immer schlechter wurde.

Aber jetzt soll Wallau bzw. der TV und dessen Mitglieder dafür zur Kasse gebeten werden?!

„Die Wallauer standen sich bei der Ländcheshalle auch schon selbst im Weg“, sieht Exner das anders – und er äußert das längst nicht zum ersten Mal. Der Neubau eines Sportparks durch Investoren aus Wallau – ohne Kostenbeteiligung des Turnvereins – scheiterte nicht am Widerstand aus Hofheim. Über Standorte für einen Neubau waren sich die Wallauer lange selbst nicht einig, der Ortsbeirat gehörte nicht immer zu denen, die das Projekt vorantrieben.

Diesen Punkt kann man nicht von der Hand weisen, die Halle könnte schon stehen, wenn auch auf der einzigen, in Wallau verbliebenen „grünen Wiese“. Im Übrigen kam der Vorschlag, für die Stadt kostengünstig auf dem im Besitz des MTK befindlichen Gelände der Schule zu bauen, von einem Wallau, und nicht aus Hofheim! Ausserdem könnte die Halle auch schon längst  renoviert sei. Das war das Wahlversprechen von Frau Stang, aber dann kam die CDU und der Koalitionsvertrag …

„Die Stadtverordnetenversammlung hatte den Wunsch, das Geld auszugeben“, betont auch Stang.

Na dann – her damit!!! Aber sagte nicht der Stadtverordnetenvorsteher noch im Januar im Rahmen unserer ersten Demo, das die Stadt-Kassen leer seien? Ist das nicht das eigentlich Grundproblem, so das jetzt versucht wird den TV Wallau Übermaßen finanziell zu strapazieren? Im Übrigen bildet der Vorausschauende Rücklagen, wo er doch genau weiß was auf Ihn zukommt … Und bedeutet das HATTE das es jetzt nicht mehr im Sinne der Stadtverordneten ist?

Inzwischen ist die neue Ländcheshalle ihrer Realisierung ein Stück näher gekommen, an den Absichten der Wählergemeinschaft ändert das nichts. Exner findet aber schon die grundsätzliche Ausrichtung der Initiative merkwürdig: Ob man Wallau luxuriös ausstatten solle und in Wildsachsen gar nichts mehr investieren dürfe, fragt der Erste Stadtrat, wie konsequent das Argument zu Ende gedacht werden soll.

Was das ganze nun mit Wildsachsen zu tun ist uns nicht ersichtlich bzw. ist dieser Vergleich an sich höchst unglücklich gewählt, da hat wohl einer nicht richtig recherchiert! Hier können wir gerne nochmal auf der alt-bekannten Steuergeschichte rumreiten (nur weil man es ständig erwähnt wird es ja nicht falsch oder unwahr!): Wallau hat knapp 3mal so viele Einwohner wie Wildsachsen. In den letzten 10 Jahren wurden dort aber 4,5 Mio Euro, in Wallau nur 0,7 Mio Euro investiert. Das bedeutet pro Kopf in etwa das 16fache. Für jeden Einwohner Wildsachsens wurde in den letzten 10 Jahren 16mal mehr investiert als im gleichen Zeitraum für jeden Wallauer!!! Vielen Dank, das gerade dieses ganz extreme Beispiel der Ungerechtigkeit  hier aufgegriffen wurde, wir hätten es nicht besser machen können!!! Und wer redet von „Wallau luxuriös ausstatten“? Kein Mensch, wir fordern einfach nur das Wallau die Halle bekommt, die das Sport- und Kulturangebot zumindest im gleichen Maße ermöglicht, wie es jetzt betrieben wird. Und ehrlich gesagt müsste man eher fordern das es sogar größer wird, bedenkt man die entstehenden Neubaugebiete und damit einhergehenden Zuzüge (Gräsiger Wer, Nachtschattten, LH Grundstück usw.).

Details zu diesen Zahlen auch in unserem Artikel von Dezember 2012 „Vorweihnachtliche Verwunderung“

http://wallauer-fuer-wallau.de/archive/407

Einwohnerzahl HofheimEinwohnerzahlen Hofheim Investitionen 2002-2012Investitionen der letzten 10 Jahre Gewerbesteur 2002-2012Gewerbersteuer der letzten 10 Jahre

* Zum Vergrößern Bild klicken
* Quellen: www.hofheim.de – u.a. Haushaltsrede von Frau Stang von 2012

In Wallau spricht indes keiner von „goldenen Wasserhähnen“, sondern nur von solchen die funktionieren. Wir würden gerne alle STVV und den Magistrat einladen nach dem Sportunterricht die Sanitäreinrichtungen zu benutzen! Mal schauen wer dann noch über goldenen Wasserhähne spricht. Außerdem sollten wir bei dem Kernpunkt bleiben und nicht direkte Vergleiche mit kleineren Ortsteilen in Betracht ziehen, sowie es nun aus dem Rathaus getan wird.

Er sieht die Wählergemeinschaft auch als Indiz für einen Egoismus, der in der Gesellschaft immer mehr um sich greife.

BITTE??? Wer in der Lage ist, die obenstehenden Tabellen in der richtigen Weise zu interpretieren, wird schnell erkennen, dass diese Aussage der pure Witz ist! Egoistisch ist es, die Kernstadt seit Jahren in Glanz und Prunk erstrahlen zu lassen, und dabei bei der bestandserhaltenden Neubaumaßnahme einen gemeinnützigen Turnvererin mit 3 Mio Euro belasten zu wollen. Das, und nichts anderes, sehen wir als Egoismus!

„Kaum lebensfähig“

Ob man dies so deutlich bewertet wie Exner oder lieber gar nicht, wie Ortsvorsteher Hauzel, an einen Erfolg der Bemühungen der Wählergemeinschaft glauben die Kommunalpolitiker nicht. Der Landesgesetzgeber werde da nicht mitspielen, und kleine Kommunen seien selbständig kaum lebensfähig, ist Vogt überzeugt. Hofheim werde es sich gar nicht leisten können, Wallau gehen zu lassen, weiß Hauzel.

Da sehen wir eher so wie Benjamin Hauzel, Hofheim kann es nicht leisten, Wallau denken wir könnten eigenständig sehr wohl gut um die Runden kommen!

Aus Sicht der Bürgermeisterin ginge dies auch ganz gegen den Trend der Zeit. Angesagt sei doch, sich zu überlegen, welche Aufgaben Kommunen gemeinsam erledigen könnten, um dies effektiver zu tun.

Auch hier können wir nur zustimmen: Gemeinsam! Das wollen auch wir und helfen gerne dabei mit! Es kann aber zu keiner „gemeinsamen“ Lösung kommen die a) zu einer Verringerung vor allem des Sportangebotes führt und b) eine Millionenschuld dem TVW aufbürgt!

Dass ungeachtet dieser Debatten die Wallauer mit nur einem Stadtverordneten, der tatsächlich dort wohnt, unterrepräsentiert sind, lässt sich nicht bestreiten: In Lorsbach wohnen fünf Stadtverordnete in einer Straße.

Wir glauben und hoffen jedoch, dass sich die Lorsbacher Stadtverordneten im gleichen Maße und dem gleichen Gerechtigkeitssinn für Wallau einsetzen werden, wie Sie das für Ihren Ort getan haben ! Wir glauben hier nicht an ein Paradebespiel für Egoismus und Ungerechtigkeit!

Aber das zu ändern, wird bei der nächsten Kommunalwahl Sache der Parteien und der Wähler sein.

Wenn schon die Bürgermeisterwahl nichts gebracht hat …

 

Schreibe einen Kommentar


Hit Counter provided by Skylight