Historisches zu Sanierung oder Neubau

Im Bürgerinformationssystem der Stadt Hofheim, kurz „Allris“, zu erreichen unter http://www.sitzungsdienst-hofheim.de/bi/allris.net.asp, haben wir die folgende, höchst interessante Beschlussvorschlage aus dem Jahre 2010 gefunden.

Die Vorlage mit dem Titel „Ländcheshalle Wallau – Sanierung oder Neubau unter Berücksichtigung der Standortfrage“ ist eine vom Magistrat erstellte Vorlage und wurde im Dezember 2010 sowohl im Haupt- und Finanzausschuss (7. Dez) als auch auf Stadtverordnetenversammlung (STVV, 15. Dez) vorgelegt und auch über verschiedene Punkte abgestimmt.

Die komplette Beschlussvorlage findet man unter folgendem Link:
http://www.sitzungsdienst-hofheim.de/bi/vo020.asp?VOLFDNR=341&options=4

Als PDF-Version

Von dort aus gelangt man auch auf die gefassten Beschlüsse. Hier wurde am 7.12. im Haupt- und Finanzausschuss unter anderem der Neubau der Halle am alten Standort abgelehnt. Hier ein kurzer Auszug:

Stadtv. Wittchen stellt folgenden Antrag:Die Stadtverordnetenversammlung wird gebeten, einem Neubau der Halle am alten Standort zuzustimmen. Abstimmung über den Antrag von Stadtv. Wittchen:
– 4 dafür –
– 6 dagegen –
– 1 Enthaltung –Damit ist der Antrag abgelehnt.

Bei der Abstimmung auf der STVV gut eine Woche danach stimmten dann immerhin über ein Drittel der anwesenden STV gegen die weitere Untersuchung eines Neubaus auf dem Gelände der TBS:

Beschluss:Die Realisierung des Neubaus auf dem Gelände der Taunusblickschule ist weiter zu untersuchen. Hierfür soll gemeinsam mit dem MTK ein Gesamtkonzept erstellt werden, das den gesamten Bereich überplant. Das heißt: Neubau Halle, Neubau Kunstrasenplatz, Entwicklungsmöglichkeiten Taunusblickschule und Anbindung an den KITA-Bereich.Eine Kostengegenüberstellung Neubau am alten Standort/Neubau auf dem Gelände der Taunusblickschule ist vorzulegen.- 29 dafür –
– 15 dagegen –

Damit ist der Antrag angenommen.

Aber auch die Dokumente im Anhang sind höchst spannend. Dort findet man unter anderem eine aus unserer Sicht sehr pessimistische Schätzung des Verkaufserlöses des Ländecheshallengrundstückes. Ebenso im Anhang eine weitere, wahrscheinlich mittlerweile überholte Planvariante des Neubaus auf dem Gelände der TBS mit der Nummer/Variante 3.2b.

Auch kann man den Schreiben entnehmen das für die laut Planung fast 4.000m² große Fläche des Geländes der TBS, welches per Erbbaurecht von Kreis an die Stadt „vermietet“ wird, ein jährlicher Erbbauzins von rund 10.000€ fällig wird.

Am Ende der Beschlussvorlage werden dann die Vor- und Nachteile der verschiedenen Szenarien beleuchtet. Hier die komplette Aufstellung:

Vor- und Nachteile:
Aus den Diskussionen innerhalb der Arbeitsgemeinschaft, der Bürgerversammlung, der Bevölkerung sowie mit den Verhandlungen des Main-Taunus-Kreises lassen sich die wichtigsten Argumente für die derzeit im Raum stehenden Lösungsmöglichkeiten zusammenfassen:
Vorteile Sanierung:

  • Beibehaltung des Standorts
  • Kostenersparnis gegenüber den Neubauvarianten (Stichwort Haushaltskonsolidierung)
  • Kostenersparnis, da ein viertes Hallenfeld nicht erforderlich ist (Schulturnhalle bleibt bestehen)
  • Planungsfreiheit (eingeschränkt)

Nachteile Sanierung:

  • Sporthalle kann zwar auf den technisch und energetisch neuesten Stand gebracht werden, allerdings kann aufgrund der bestehenden Kubatur eine optimale Raumaufteilung nicht realisiert werden
  • die Sporthalle kann während der Sanierungsphase nicht genutzt werden. Es ist mit einer Ausfallzeit von mind. 11 Monaten zu rechnen. Eine 100%ige Bereitstellung von Ausweichhallen ist nicht möglich
  • das Gelände der Ländcheshalle kann keiner anderen Nutzung zugeführt werden und deshalb auch nicht vermarktet werden. Der Vermarktungserlös liegt bei ca. 1,5 Mio. Euro

Vorteile Neubau auf dem Gelände der Taunusblickschule:

  • Beibehaltung der unmittelbaren räumlichen Nähe von Sporthalle, Sportplatz und Schule
  • Errichtung einer Halle, die sich in punkto technischer und energetischer Ausstattung sowie Raumaufteilung, unter Einbeziehung der Nutzerwünsche, auf den neuesten Stand bringen lässt
  • Flexibilität bei der Gestaltung von Hallennebenräumen (z.B. multifunktional nutzbarer Gymnastikraum)
  • Erzielung von Synergieeffekten (3-Feldhalle plus angegliedertem vierten Feld als Ersatz für die alte Schulturnhalle)
  • das bisherige Gelände der Ländcheshalle kann einer anderen Nutzung zugeführt werden und deshalb auch vermarktet werden. Der Vermarktungserlös liegt bei ca. 1,5 Mio. Euro
  • die alte Ländcheshalle könnte bis zur Inbetriebnahme des Neubaus genutzt werden (kein Nutzungsausfall)

Nachteile Neubau auf dem Gelände der Taunusblickschule:

  • höherer Kostenaufwand gegenüber der Sanierungsvariante
  • Mehrkosten für ein viertes Hallenfeld als Ersatz für die alte Schulturnhalle
  • Zusatzkosten für die geforderten Rück- und Umbaumaßnahmen am Schulgelände der Taunusblickschule über ca. 400.000.–€
  • Jährlicher Erbbauzins über ca. 10.000.–€
  • Beschaffung eines Ersatzgrundstückes für die derzeitigen Kindergartenparkplätze
  • eingeschränkte Möglichkeiten in städtebaulicher und gestalterischer Hinsicht, da die Stadt nicht Grundstückseigentümerin ist
  • weniger Stellplätze als am alten Standort

Vorteile Neubau am alten Standort:

  • Beibehaltung des Standorts
  • Errichtung einer Halle, die sich in punkto technischer und energetischer Ausstattung sowie Raumaufteilung, unter Einbeziehung der Nutzerwünsche, auf den neuesten Stand bringen lässt
  • Maximale Flexibilität bei der Gestaltung von Hallennebenräumen (z.B. multifunktional nutzbarer Gymnastikraum)
  • eventuell bessere Ausnutzung der vorhandenen Grundstücksfläche, auch unter städtebaulichen Gesichtspunkten
  • Kostenersparnis, da ein viertes Hallenfeld nicht erforderlich ist (Schulturnhalle bleibt bestehen)
  • keine Nutzungseinschränkung durch den Schulsport

Nachteile Neubau am alten Standort:

  • während der Abriss- und Neubauphase ist mit einer Ausfallzeit von mindestens 1 Jahr zu rechnen. Eine 100%ige Bereitstellung von Ausweichhallen ist nicht möglich.
  • höherer Kostenaufwand gegenüber der Sanierungsvariante
  • das Gelände der Ländcheshalle kann keiner andern Nutzung zugeführt werden und deshalb auch nicht vermarktet werden. Der Vermarktungserlös liegt bei ca. 1,5 Mio. Euro.

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